VW-Betriebsrat fordert Tarif-Bekenntnis von Porsche
Der Europäische Gerichtshof hat kürzlich Porsche den Weg zur Übernahme des Autobauers Volkswagen geebnet. Doch in den Reihen des VW-Betriebsrats regt sich Widerstand: Die Arbeitnehmervertretung fordert von Porsche ein Bekenntnis zu Arbeitsplatzgarantien und Tarifverträgen.
„Wir brauchen ein klares Signal, dass die Eigentümer-Familien Porsche und Piech sich zu ihrer sozialen Verantwortung bekennen“, sagte der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrats, Bernd Osterloh, der „Bild“. In der Belegschaft herrsche viel Unsicherheit, Unruhe und Frust. Eine gemeinsame Zukunft funktioniere aber nicht als Einbahnstraße. „Es geht nur mit - und nicht gegen die VW-Belegschaft“, unterstrich Osterloh.
VW-Chef Martin Winterkorn macht sich ebenfalls für den Erhalt der Eigenständigkeit von VW stark. VW sei eine der bekanntesten und begehrtesten Marken der Welt. Sie stelle einen immensen Wert dar und müsse deswegen behutsam gepflegt werden, sagte Winterkorn in einem Zeitungsinterview am Wochenende.
Porsche hält bereits 31 Prozent bei Europas größtem Autobauer und ist somit größter Anteilseigner. Nach dem vor kurzem vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verfügten Fall des VW-Gesetzes wird erwartet, dass Porsche demnächst die Mehrheit in Wolfsburg übernimmt. Das Land Niedersachsen hat seine Sonderstellung durch das Urteil verloren. Die Bundes-SPD forderte das Bundesland auf, den Aktienanteil stabil zu halten, um die Sperrminorität sicherzustellen. Aktuell hält Niedersachsen etwa 20 Prozent der Anteile.



