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03.05.2011:

Schon wieder Schlecker

Der „Spiegel“ berichtet, dass Schlecker Listen über missliebige Arbeitnehmer führt mit dem Ziel, sie schneller los zu werden. Auf 20 Seiten sollen Namen von Schlecker-MitarbeiterInnen geführt werden, die ihrer langen Betriebszugehörigkeit wegen hohe Gehaltsstufen erreicht hatten oder im Betriebsrat saßen.

Die MitarbeiterInnen, die auf der Liste mit dem zynischen Namen „Maßnahmenpaket Personal-Qualität“ namentlich geführt werden, stünden „in der Optik“, wie der „Spiegel“ aus einer E-Mail einer Schlecker-Managerin zitiert. Schon 2009 habe Personaldirektor Michael Strisciulli diese Liste erstellen lassen. Zu den Daten dieser MitarbeiterInnen werden auch zwei Zahlen geführt – die eine bezeichne den Tag, an dem der Name in die Liste aufgenommen worden sei, die andere das erhoffte Austrittsdatum.

Schlecker selbst sprach von einem „Wiedervorlagedatum“. Dem „Spiegel“ teilte man mit, es ginge bei dieser Liste um Personaleinsatzplanungen, später hieß es, diese Liste sei „Unterlage einer kritischen Besprechung durch Herrn Strisciulli“ gewesen. Dabei sei es um „leistungsbedingte Abmahnungen“ gegangen. Doch übertriebene Härten wolle man jetzt korrigieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schlecker in die Negativ-Schlagzeilen gerät. Im letzten Jahr hatte es einen Datenskandal gegeben, bei dem detaillierte Kundendaten – rund 150.000 Datensätze – frei im Internet zugänglich waren. Die E-Mail-Adressen von 7,1 Millionen Newsletter-Kunden waren ebenfalls abrufbar. Seit dem 1. Mai gilt das so genannte „Lex Schlecker“, das verhindern soll, dass Arbeitnehmer in Zeitarbeitsunternehmen ausgegliedert werden, um dann beim ehemaligen Arbeitgeber erneut beschäftigt zu werden – zu schlechteren Konditionen.

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